Im kanadischen Tumbler Ridge ereignete sich einer der blutigsten Schusswaffenangriffe in der Geschichte des Landes. Die 18-jährige Jesse Van Rootselaar erschoss acht Personen, darunter ihre Mutter und ihren Bruder, bevor sie Suizid beging. Premierminister Mark Carney und Oppositionsführer Pierre Poilievre erschienen gemeinsam am Tatort. Die Ermittlungen zeigen, dass die Polizei aufgrund ihrer psychischen Gesundheit wiederholt im Haus der Täterin interveniert hatte und dass der Angriff in einer digitalen Umgebung simuliert worden war.

Am Dienstag, den 10. Februar, kam es in Tumbler Ridge in British Columbia zu einer Abfolge von Ereignissen, die mit dem Tod von neun Personen, einschließlich der Täterin, endete. Die Chronologie des Angriffs deutet auf ein methodisches Vorgehen der 18-jährigen Jesse Van Rootselaar hin. Die Tragödie begann im Familienhaus, wo die Jugendliche ihre Mutter und ihren 11-jährigen Bruder erschoss. Anschließend begab sie sich, bewaffnet mit zwei Schusswaffen, zur örtlichen Tumbler Ridge Secondary School. Dort eröffnete sie das Feuer, tötete fünf Schüler und eine Lehrerin und verletzte 25 weitere Personen. Die Angreiferin nahm sich am Tatort das Leben.

Die Ermittlungen decken eine systemische Lücke in der Prävention auf. Die Täterin war den Strafverfolgungsbehörden bekannt; die Polizei hatte ihr Haus wiederholt aufgrund von Problemen mit ihrer psychischen Gesundheit aufgesucht. Trotz der Warnsignale hatte die Jugendliche Zugang zu Schusswaffen. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass Van Rootselaar sich auf den Angriff im virtuellen Raum vorbereitet hatte, indem sie einen Simulator für einen Massenschießerei auf der Plattform Roblox erstellte. Dies deutet auf Vorsatz und die Nutzung digitaler Werkzeuge zur Planung einer Straftat in der realen Welt hin.

Dieses Ereignis stellt eine Anomalie in der kanadischen Kriminalstatistik dar. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hat Kanada ein restriktives Waffengesetz, und Massenschießereien in Schulen sind ein Randphänomen. Das Ausmaß der Tragödie in Tumbler Ridge erinnert an das Massaker an der École Polytechnique von 1989, das den modernen kanadischen Ansatz zur Waffenkontrolle definierte. Die aktuelle Situation eröffnet erneut die Debatte über die Wirksamkeit von Verfahren im Umgang mit Personen mit psychischen Störungen, die zu Gewalt neigen.

Die politische Reaktion auf die Tragödie nahm die Form einer demonstrativen Einheit an. Am Freitag, drei Tage nach dem Angriff, fand in Tumbler Ridge eine Mahnwache statt. Premierminister Mark Carney und der konservative Oppositionsführer Pierre Poilievre nahmen Seite an Seite daran teil, was in der Politik eine seltene Geste der Aussetzung parteipolitischer Differenzen darstellt. Die Anwesenheit der höchsten Staatsbeamten, einschließlich Generalgouverneurin Mary Simon, in der kleinen Bergbaugemeinde unterstreicht das Ausmaß des Schocks, den dieses Ereignis im ganzen Land ausgelöst hat.

Opferbilanz

8 Personen (Mutter, Bruder, 5 Schüler, Lehrerin) sowie die Täterin kamen ums Leben; 25 Personen wurden verletzt.

Warnsignale

Die Polizei hatte vor dem Angriff wiederholt im Haus der Täterin aufgrund ihrer psychischen Probleme interveniert.

Digitale Planung

Die 18-Jährige hatte vor der Durchführung des tatsächlichen Angriffs einen Schießerei-Simulator auf der Plattform Roblox erstellt.

Politische Reaktion

Premierminister Carney und Oppositionsführer Poilievre nahmen gemeinsam an den Trauerfeierlichkeiten teil.